Die verschiedenen Möglichkeiten, ätherische Öle im Alltag zu verwenden

Ätherische Öle spielen heute eine wichtige Rolle in natürlichen Ansätzen für Gesundheit und Wohlbefinden. Vor jeder Anwendung muss man sich bewusst sein, dass oft schon wenige Tropfen ausreichen, um eine Wirkung zu erzielen, da ätherische Öle hochkonzentrierte Pflanzenextrakte sind. Die Art der Anwendung hat direkten Einfluss auf ihre Wirksamkeit, aber auch auf ihre Verträglichkeit für den Körper. Einige Anwendungswege eignen sich gut für den täglichen Gebrauch, während andere mehr Vorsicht oder die Beratung durch einen Gesundheitsexperten erfordern.

In diesem Artikel geben wir einen Überblick über die wichtigsten Anwendungsmöglichkeiten von ätherischen Ölen im Alltag, die allgemein empfohlenen Dosierungen sowie die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen, um ihre Vorteile zu nutzen und gleichzeitig die Risiken zu minimieren.

Wie werden ätherische Öle auf der Haut angewendet?

Die Anwendung auf der Haut nutzt die Lipophilie der ätherischen Öle, die sehr gut mit der Haut verträglich sind.
In der Praxis werden in der Regel 3 bis 5 Tropfen ätherische Öle auf 10 ml Pflanzenöl empfohlen, was etwa 1 bis 3 % entspricht. Bestimmte Öle, die reich an Phenolen (Thymol, Carvacrol, Eugenol), Zimtaldehyd, Pinen oder Citral sind, können die Haut reizen, weshalb es sinnvoll ist, sie in Pflanzenölen zu verdünnen.
Als Richtwert kann man daher Folgendes notieren: 1 % für Dermokosmetik, 3 % für die Reparatur der Haut (Nase, Ohren, Vagina), 5 % für das Nervensystem (Stress, Wohlbefinden), 7 % für den Kreislauf, 10 % für Muskeln, Sehnen und Gelenke, 15 % für Sport, 20 % für eine starke lokale Wirkung, 50 % bei sehr gezielter Anwendung und in Ausnahmefällen pur (feiner Lavendel, Ravintsara) unter Aufsicht eines Fachmanns.

Kann man ätherische Öle in der Luft verteilen?

Die Diffusion in der Luft ergänzt eine Grundbehandlung und wird vor allem zur Vorbeugung, aber auch zur Begleitung bestimmter Lebensphasen (Schwangerschaft, Einschlafschwierigkeiten…) eingesetzt.
In einer Duftumgebung wird der Diffusor für ätherische Öle auf etwa 10 Minuten pro Stunde programmiert. Bei einem Brenner gießt man Wasser in die Schale, gibt einige Tropfen ätherisches Öl hinzu und zündet dann ein Teelicht an. Durch die Wärme verdunstet die Mischung und parfümiert den Raum. Das ätherische Öl wird also durch Einatmen und leicht durch Hautkontakt aufgenommen. Elektrische Diffusoren sind leistungsstärker und decken das ganze Haus ab, aber man sollte darauf achten, die Luft nicht mit aromatischen Molekülen zu übersättigen.

Das trockene Einatmen (einige Tropfen auf einem Taschentuch) wird jedoch für Kinder unter 3 Jahren, Epileptiker und Asthmatiker nicht empfohlen.
Für die feuchte Inhalation werden 3 bis 8 Tropfen in einer Inhalationsschale verwendet, für Erwachsene und Kinder über 12 Jahren, 3 bis 7 Minuten lang, 2 bis 3 Mal täglich. Das Öl darf niemals im Schlafzimmer eines schlafenden Kindes verdunstet werden. Tiere müssen den Raum verlassen können, und reizende Öle (reich an Phenolen, Citralen usw.) sind zu vermeiden.

Kann man mit ätherischen Ölen Aromabäder und -duschen durchführen?

Aromabäder verbinden Hydrotherapie und Aromatherapie zur Entspannung, Förderung der Durchblutung und der Atmung. Man unterscheidet zwischen:

  • heiße Bäder (37–42 °C), maximal 10 Minuten, nach körperlicher Anstrengung oder während der Verdauung zu vermeiden;
  • lauwarme bis warme Bäder (30–36 °C), gut verträglich und schlaffördernd;
  • kalte Bäder (10–25 °C), die vor allem auf die thermische Wirkung ausgerichtet sind.

Um dem Bad ätherische Öle hinzuzufügen, verdünnt man bis zu 10 Tropfen auf 100 Liter Wasser mit einem Dispergiermittel (Solubol, Labrafil) in einer Menge, die etwa viermal so hoch ist wie die des ätherischen Öls.

Wie werden ätherische Öle oral eingenommen?

Bei der oralen Einnahme ist große Vorsicht geboten.
Bei Erwachsenen sollten nicht mehr als 6 Tropfen ätherische Öle pro Tag eingenommen werden, d. h. 2 Tropfen 3-mal täglich. Bei Kindern liegt die Grenze bei 3 Tropfen pro Tag, 1 Tropfen 3-mal täglich. Vor dem 7. Lebensjahr ist keine orale Einnahme zulässig.
Die Tropfen werden immer in einem geeigneten Trägerstoff (Pflanzenöl, Honig, Kompott, neutrale laktosefreie Tablette) verdünnt und während der Mahlzeit eingenommen, um die Verdauung zu erleichtern.

Gibt es eine rektale Anwendung?

Die rektale Anwendung gewährleistet eine ausgezeichnete Resorption, was nützlich ist, wenn die orale Einnahme nicht möglich ist (empfindlicher Verdauungstrakt, Verweigerung der Einnahme usw.). Sie erfolgt nur auf ärztliche Verschreibung in Form von Zäpfchen.
Die übliche Menge variiert zwischen 75 und 100 mg ätherischen Ölen pro Zäpfchen. Bei einer chronischen Behandlung wird eine Dosis von etwa 10 mg/kg/Tag angestrebt, ohne 150 mg pro Tag zu überschreiten, wobei üblicherweise zweimal täglich 1 Zäpfchen verabreicht wird. Diese Verabreichungsform ist bei Kindern und Erwachsenen mit oraler Unverträglichkeit interessant, jedoch bei Hämorrhoiden oder hämorrhagischer Kolitis kontraindiziert. In der Gynäkologie werden in der Regel Ovula mit einem Gehalt von 5–10 % ätherischen Ölen verwendet.

Ätherische Öle sind sehr konzentriert an aktiven aromatischen Molekülen und können auf verschiedene Weise angewendet werden: zur Anwendung auf der Haut, zur Raumbeduftung, zur Inhalation, für Aromabäder oder in bestimmten Situationen auch oral. Diese therapeutische Wirksamkeit ist jedoch mit strengen Anwendungsregeln verbunden, da eine falsche Verdünnung oder Dosierung zu unerwünschten Wirkungen führen kann.

FAQ – Möglichkeiten zur täglichen Anwendung von ätherischen Ölen

Wie verdünnt man ätherische Öle richtig für die Anwendung auf der Haut?

Für die Anwendung auf der Haut verdünnt man je nach Indikation in der Regel 1 % bis 20 % ätherisches Öl in einem Pflanzenöl, wobei man beispielsweise 3 bis 5 Tropfen ätherisches Öl auf 10 ml Pflanzenöl in einer Grundanwendung verwendet, um das Risiko von Reizungen zu begrenzen.

Welche Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Diffusion von ätherischen Ölen zu beachten?

Bei der Diffusion wird empfohlen, kurze Zyklen von etwa 10 Minuten pro Stunde zu programmieren und die Diffusion im Schlafzimmer eines Kindes während des Schlafs zu vermeiden. Außerdem sollten Tiere den Raum verlassen und bei empfindlichen Personen keine reizenden oder phenolreichen ätherischen Öle verwendet werden.

Können ätherische Öle oral eingenommen werden?

Die orale Einnahme ist Erwachsenen und bestimmten Situationen vorbehalten: Die übliche Dosierung beträgt maximal 6 Tropfen pro Tag für Erwachsene und 3 Tropfen pro Tag für Kinder, immer verdünnt in einem geeigneten Trägerstoff und während der Mahlzeiten eingenommen. Darüber hinaus ist die Einnahme für Kinder unter 7 Jahren und schwangere Frauen kontraindiziert.

Was sind die wichtigsten Kontraindikationen?

Bestimmte ätherische Öle sind daher für schwangere oder stillende Frauen, Kinder, Menschen mit Epilepsie, Asthma oder ältere Menschen kontraindiziert, insbesondere solche, die reich an Ketonen, Phenolen oder Monoterpenen sind, weshalb vor jeder risikobehafteten Anwendung ein Arzt konsultiert werden muss.

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