Verstopfung beim Baby: Wie kann Homöopathie wirklich helfen?

Verstopfung bei Babys kommt häufig vor. Sie bleibt meist harmlos, beunruhigt die Eltern aber schnell. Die Homöopathie kann in diesem Fall unterstützend wirken, indem sie die pädiatrische Betreuung und validierte Behandlungen wie osmotische Abführmittel ergänzt.

Wann spricht man von Verstopfung bei Babys?

Von Verstopfung spricht man, wenn der Stuhlgang für den üblichen Rhythmus des Kindes selten wird, hart, trocken und schwer zu entleeren ist. Sie können auch die Form von kleinen Kügelchen annehmen und bei der Passage Weinen verursachen. Bei Säuglingen variiert der Abstand zwischen zwei Stuhlgängen stark, vor allem wenn sie gestillt werden. Manche Babys bleiben mehrere Tage ohne Entleerung, haben aber einen guten Tonus, ein gutes Verdauungsvermögen und nehmen gut zu.

Stellenwert der Homöopathie: Was die Daten sagen

In den internationalen pädiatrischen Leitlinien stehen Abführmittel, insbesondere Makrogole, bei der Behandlung der funktionellen Verstopfung an erster Stelle. Ernährungsmaßnahmen allein reichen nicht immer aus, um eine festsitzende Verstopfung zu beheben, aber sie bleiben als Vorbeugung und Ergänzung sinnvoll, insbesondere nach Beginn der Diversifizierung.

So wird es wesentlich, die Homöopathie als mögliche Unterstützung des Verdauungskomforts und nicht als alleinige Behandlung darzustellen. Sie ersetzt weder die ärztliche Betreuung noch konventionelle Behandlungen, wenn der Kinderarzt diese für notwendig erachtet.

Häufig verwendete homöopathische Mittel gegen Verstopfung beim Baby

Die nachstehenden Mittel gehören zur traditionellen Anwendung. Der Kinderarzt oder ein in Homöopathie ausgebildeter Apotheker sollte ihre Anwendung immer bestätigen, insbesondere vor dem sechsten Lebensmonat.

  • Bryonia alba 5 CH: Es wird oft vorgeschlagen, wenn der Stuhlgang sehr trocken und hart ist und das Baby verkrampft, wenig beweglich und gereizt ist. Die gängige Praxis empfiehlt 3 Globuli, 2 bis 3 Mal täglich, über einige Tage, nach Auflösung in etwas Wasser.
  • Nux vomica 5 CH: Dieses Mittel eignet sich eher für unwirksame Austreibungsbemühungen mit Unruhe und Unbehagen am Ende des Tages, manchmal nach einem Milchwechsel. Normalerweise verwendet man 3 Globuli, zweimal täglich, und räumt dann je nach Besserung auf.
  • Lycopodium clavatum 5 CH: Es eignet sich gut bei Blähungen, Gasen und schwierigem Stuhlgang seit der Diversifizierung oder einem Milchwechsel, mit ausgeprägtem Unbehagen am Abend. Es wird oft in einer Dosierung von 3 Globuli 1- bis 2-mal täglich als Ergänzung zu diätetischen Maßnahmen gegeben.
  • Graphites 5 CH oder Silicea 5 CH: Diese Mittel kommen zum Einsatz, wenn der Stuhlgang groß und sehr hart wird, mit Analfissuren oder Angst vor dem Stuhlgang einhergeht. Sie werden immer mit einer Strategie zur Erweichung des Stuhls kombiniert (Abführmittel, Flüssigkeitszufuhr, lokale Pflege).

Bei chronischer Verstopfung ziehen einige homöopathische Ärzte eine umfassendere Feldbehandlung in Betracht . Sie berücksichtigen dann den Schlaf, den Appetit, die emotionale Sensibilität und die Verdauungsgeschichte des Babys.

Lebensweise zur Vermeidung von Verstopfung

Eine gesunde Lebensweise bleibt die Grundlage, um Babys Verdauung zu unterstützen und Verstopfungsepisoden zu begrenzen.

  • Flüssigkeitszufuhr: Vor dem 6. Monat deckt die Muttermilch oder die Säuglingsmilch normalerweise den Bedarf. Jede Zugabe von Wasser sollte nur auf ärztlichen Rat erfolgen. Nach 6 Monaten werden kleine Mengen Wasser zwischen den Mahlzeiten möglich.
  • Ernährung: Sobald die Diversifizierung stattgefunden hat, unterstützen Kompotte aus ballaststoffreichen Früchten (Pflaumen, Birnen, Äpfel, Aprikosen) und altersgerechtem Gemüse den Stuhlgang. Gleichzeitig werden stark verstopfende Nahrungsmittel, die im Übermaß verzehrt werden, eingeschränkt.
  • Bewegung und Massagen: Beinbewegungen, Knie-Brust-Haltung und Bauchmassagen im Uhrzeigersinn fördern den Stuhlgang.

Eine ruhige Umgebung, das Hören auf die Signale des Babys und später eine wohlwollende Begleitung bei der Sauberkeitserziehung verringern die Angst vor dem Stuhlgang. Dieser ganzheitliche Ansatz ermöglicht eine Kombination aus medizinischer Betreuung, gesunder Lebensweise und betreuter Homöopathie, um dem Baby zu helfen, wieder einen komfortablen Stuhlgang zu erlangen.

FAQ – Verstopfung & Homöopathie

Wie löst man Verstopfung bei einem Baby?

Die am häufigsten verwendeten Ansätze kombinieren milde Abführmittel, Ernährungsmaßnahmen, Bauchmassagen und Homöopathie, ggf. zusätzlich zu einer ärztlichen Betreuung.

Kann man mehrere natürliche Heilmittel miteinander kombinieren?

Ja, einige Ansätze können miteinander kombiniert werden, sofern Sie sich an die Dosierungen halten und sich von einer medizinischen Fachkraft beraten lassen.

Welche Behandlung gibt es bei Verstopfung bei einem Baby?

Nux vomica und Bryonia werden am häufigsten verwendet, aber Sie sollten den Stuhlgang des Babys und sein Verhalten beobachten, um das homöopathische Mittel anzupassen.

Ist es möglich, einem Säugling Homöopathie zu geben?

Ja, das kann sie, vorausgesetzt, Sie halten sich an die Dosierungen und lassen sich von einer medizinischen Fachkraft beraten.

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6895286/

https://www.nccih.nih.gov/health/homeopathy

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0965229919303000

https://www.england.nhs.uk/long-read/national-clinical-constipation-pathway-for-primary-care-for-children/

Schreibe einen Kommentar