Wenn man unter Atembeschwerden leidet, ist der erste Reflex, zu einem Asthmamedikament (wie einem bronchodilatierenden Inhalator) zu greifen. Doch auch wenn diese Behandlungen lebenswichtig sind, um die Entzündung zu lindern, beseitigen sie nicht die Ursache des Problems.
Fast 75 % der Asthmafälle bei Kindern und die Hälfte der Fälle bei Erwachsenen sind allergischen Ursprungs. Noch bevor Sie zu Ihrem Medikament greifen, besteht das wirksamste Mittel darin, Ihre Umgebung von Auslösern zu befreien. So geht’s.
Warum sollte man sein Zuhause sanieren, bevor man ein Asthmamedikament einnimmt?
Unser Zuhause ist voller unsichtbarer Reize, die die Bronchien in einem Zustand chronischer Entzündung halten. Wenn Sie Ihre Wohnung nicht sanieren, kann selbst das beste Asthmamedikament langfristig keine Wunder bewirken.
Hier sind die wichtigsten Übeltäter, die Sie in Ihrem Zuhause beseitigen sollten:
- Hausstaubmilben und Staub: Sie sind die Feinde Nummer eins. Sie wimmeln in Bettwäsche, Teppichen und alten Federbetten. Eine gründliche Reinigung oder die Verwendung eines milbendichten Bezugs ist oft wirksamer als eine vorbeugende Behandlung.
- Haustiere: Katzen (Speichel und Haare) sind sehr allergieauslösend, ebenso wie Hunde oder Nagetiere. Achtung: Der Wind trägt die Haare ins Haus, auch wenn Ihr Tier im Garten lebt.
- Pilze und Schimmel: Sie vermehren sich in Lüftungskanälen, schlecht belüfteten Badezimmern oder auf Zimmerpflanzen. Ihre Sporen reizen die Atemwege und lösen Anfälle aus, die dann eine Notfallbehandlung erfordern.
Klima und Umweltverschmutzung: Wenn das Asthmamedikament unverzichtbar wird
Im Freien entziehen sich die Auslöser oft unserer Kontrolle. Bei Allergie- oder Luftverschmutzungsspitzen ist die Einnahme Ihrer Asthmamedikamente manchmal wieder der einzige mögliche Schutz. Die Bronchien eines Asthmatikers reagieren überproportional auf drei äußere Einflüsse:
- Luftverschmutzung: Ozon, Abgase und Industrieabgase führen zu einer sofortigen Verengung der Bronchien. Passivrauchen wirkt sich ähnlich aus, insbesondere bei Kindern.
- Pollen (Pollenallergien): Gräser, Birken oder Zypressen werden vom Wind verweht und dringen im Frühling überall ein. Spaziergänge auf dem Land bei trockenem Wetter lösen oft Entzündungen aus.
- Wetterveränderungen: Heißes und feuchtes Klima begünstigt die Vermehrung von Allergenen. Auch plötzliche Temperaturschwankungen werden sehr schlecht vertragen. Im Gegensatz dazu wirkt sich die reine Bergluft positiv aus, da sie frei von Milben ist.
Berufsasthma: Den Arbeitsplatz wechseln oder die Behandlung verstärken?
Man vergisst es oft, aber ein Erwachsener, der wiederholt Anfälle erleidet, leidet möglicherweise an berufsbedingtem Asthma. Das ständige Einatmen von Staub oder Chemikalien über den ganzen Tag hinweg belastet die Bronchien.
Anstatt die Dosis Ihres Asthmamedikaments zu erhöhen, ist es manchmal dringend notwendig, das Arbeitsumfeld zu überprüfen. Bestimmte Berufe sind besonders risikobehaftet:
- Bäcker (Allergie gegen Mehlstaub).
- Maler (chemische Bestandteile von Lacken und Isocyanaten).
- Friseure (Einatmen von Haarfärbemitteln und Haarsprays).
- Holzarbeiter (Sägemehl und Feinstaub).
In jedem Fall ist Vorbeugung das beste Mittel. Die Sanierung Ihrer Umgebung ist der erste Schritt, um Anfälle seltener werden zu lassen und – mit Zustimmung Ihres Arztes – Ihre Dosierung zu reduzieren. Ihr Asthmamedikament sollte ein Mittel zur Kontrolle bleiben und nicht dazu dienen, die Probleme in einem mit Allergenen gefüllten Zuhause zu verschleiern. Um mehr zu erfahren oder Ihr Wissen zu vertiefen:
- Zurück zum vollständigen Asthma-Ratgeber
- Gibt es allergisches Nahrungsmittelasthma und welche Lebensmittel sollte man meiden?
FAQ: Ihre Fragen zur Umgebung und zu Asthmaanfällen
Wie lassen sich Hausstaubmilben beseitigen, um Asthmaanfälle zu vermeiden?
Um den Kontakt mit Hausstaubmilben zu reduzieren, sollten Sie Ihre Wohnung täglich mindestens 15 Minuten lang lüften – sowohl im Winter als auch im Sommer. Waschen Sie Ihre Bettwäsche wöchentlich bei 60 °C, statten Sie Ihre Matratzen mit durchgehenden milbenabweisenden Bezügen aus und verwenden Sie vorzugsweise Staubsauger mit HEPA-Filter. Vermeiden Sie außerdem Teppichböden und alte Daunendecken.
Welches Klima ist für Asthmatiker am besten geeignet?
Das ideale Klima für Asthmatiker findet man in Höhenlagen (in den Bergen). Dort ist die Luft nämlich trockener und reiner: Hausstaubmilben und Pollen kommen dort äußerst selten vor. Umgekehrt verschlimmern heißes und feuchtes Klima oder Gebiete mit starken Temperaturschwankungen oft die Erkrankung, da sie Schimmelbildung begünstigen.
Muss man sich von seinem Haustier trennen, wenn man Asthma hat?
Die Haut- und Haarablagerungen (Haare, Speichel, Hautschuppen) von Katzen, Hunden oder Nagetieren sind sehr allergieauslösend. Wenn die Allergie durch einen medizinischen Test bestätigt wurde, wird dringend davon abgeraten, mit dem Tier zusammenzuleben. Wenn Sie bereits ein Haustier haben, verbieten Sie ihm strengstens den Zugang zu den Schlafzimmern, waschen Sie sich nach jedem Kontakt die Hände und lüften Sie Ihre Wohnung gründlich.
Kann man durch die Sanierung der Wohnung die Einnahme von Asthmamedikamenten einstellen?
Nein, eine Basistherapie darf niemals eigenmächtig abgesetzt werden. Die Sanierung Ihrer Wohnung (Beseitigung von Hausstaubmilben, Schimmel und Schadstoffen) kann jedoch dazu beitragen, die Entzündung Ihrer Bronchien erheblich zu verringern. Langfristig und unter strenger Aufsicht Ihres Lungenfacharztes kann diese hervorragende Lebensweise dazu führen, dass er die Dosierung Ihrer Asthmamedikamente reduzieren kann.



