Giftige Pilze im Garten: Auf welche sollten Sie im Rasen achten?

Verfasst und medizinisch geprüft von Arnaud, Doktor der Pharmazie und Inhaber der Pharmacie Soin et Nature.

Giftige Pilze im Garten sind gefährliche Arten, die in einem Rasen, einem Beet, einer Wiese oder am Fuß von Bäumen auf einem Privatgrundstück wachsen. Nach einer Regenperiode können sie über Nacht erscheinen, in Reichweite von Kindern und Haustieren. In diesem Artikel stellt Arnaud, Apotheker, die Arten vor, auf die Sie achten sollten, die Risiken für die Kleinsten und für den Hund sowie die richtigen Maßnahmen. Einen Überblick finden Sie in unserem Ratgeber zu giftigen Pilzen.

Welche giftigen Pilze im Garten wachsen im Rasen?

Ein Garten bietet Pilzen alles, was sie brauchen: Feuchtigkeit, organisches Material, Baumwurzeln, Mulch oder Holzhäcksel. Welche Arten vorkommen, hängt vom Boden und den Bäumen in der Nähe ab. Diese Arten verdienen besondere Aufmerksamkeit:

Die häufigsten giftigen Pilze im Garten
Giftiger Pilz im Garten Wo er wächst Hauptrisiko
Kleine Schirmlinge (Lepiota) Rasen, Beete, Wegränder Schwere Leberschäden bei manchen Arten
Weiße Trichterlinge (Clitocybe) Rasen, Wiesen, oft in Hexenringen Muscarin-Syndrom: Schwitzen, Tränen, verlangsamter Puls
Risspilze (Inocybe) Unter Bäumen, Rasenränder Muscarin-Syndrom
Karbol-Egerling (Agaricus xanthodermus) Rasen, Parks, Hecken Verdauungsbeschwerden
Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) Am Fuß von Eichen, Buchen oder Haselsträuchern Tödlicher Leberschaden

Wie erkennen Sie einen weißen giftigen Pilz im Garten?

Weiße Pilze stellen ein besonderes Problem dar. Weiße Trichterlinge wachsen oft in Ringen im Rasen, zwischen essbaren Arten wie dem Nelkenschwindling. Der Frühlings-Knollenblätterpilz und der Kegelhütige Knollenblätterpilz, ganz weiß, sind tödlich. Der Wiesen-Champignon hat dagegen rosa und später braune Lamellen, nie weiße. Weitere häufige Verwechslungen erklären wir in unserem Artikel essbare oder giftige Pilze: die Doppelgänger. Im Garten gilt die sicherste Regel: keinen Pilz essen, ohne dass ein Pilzsachverständiger ihn geprüft hat.

Sind giftige Pilze im Garten gefährlich für Kinder?

Laut dem Anses-Bericht über die Saison 2024 vergifteten sich in Frankreich 55 Kinder unter 10 Jahren an Pilzen. Kontrollieren Sie während der Pilzsaison den Rasen, bevor Sie ein Kleinkind spielen lassen. Entfernen Sie die Pilze mit Handschuhen oder einer Tüte und entsorgen Sie sie im Restmüll statt im Kompost. Erklären Sie älteren Kindern, dass Pilze ohne Erwachsene nicht angefasst werden.

In der Apotheke wissen Eltern, die uns anrufen, nachdem ein Kind auf einem Gartenpilz gekaut hat, oft nicht, um welche Art es sich handelt. Bewahren Sie ein vollständiges Exemplar des Pilzes auf: Es dient der Bestimmung. Rufen Sie sofort die 112 oder den Giftnotruf an (Österreich: 01 406 43 43, Schweiz: 145).

Was tun, wenn der Hund giftige Pilze im Garten gefressen hat?

Hunde sind denselben Giften ausgesetzt wie Menschen. Auch für sie kann der Grüne Knollenblätterpilz tödlich sein. Erbrechen, Durchfall, starkes Speicheln, Zittern, Unruhe oder Mattigkeit sollten nach einem Spaziergang oder einem Aufenthalt im Garten aufhorchen lassen. Wie beim Menschen treten manche schweren Symptome erst spät auf. Bringen Sie ein vollständiges Exemplar des verdächtigen Pilzes zum Tierarzt, oder ersatzweise ein Foto.

Wie lassen sich giftige Pilze im Garten eindämmen?

  • Kontrollieren Sie den Rasen nach jedem Regen während der Pilzsaison.
  • Entfernen Sie die Pilze mit Handschuhen und waschen Sie sich danach die Hände.
  • Begrenzen Sie die Feuchtigkeit, indem Sie zu starkes Gießen und Laubansammlungen auf dem Rasen vermeiden.
  • Behalten Sie den Hund im Blick, beim Spaziergang im Wald wie im Garten.

Was sollten Sie noch über giftige Pilze im Garten wissen?

Kann man die Pilze aus dem eigenen Garten essen?

Nur nach einer sicheren Bestimmung durch einen Pilzsachverständigen. Ein Garten kann sowohl essbare als auch tödliche Arten beherbergen. Mit Pflanzenschutzmitteln behandelte Rasenflächen sollten Sie in jedem Fall meiden.

Ist es gefährlich, einen giftigen Gartenpilz anzufassen?

Die Hauptgefahr geht vom Verzehr aus. Benutzen Sie trotzdem Handschuhe zum Entfernen und waschen Sie sich danach die Hände, besonders vor dem Essen oder bevor Sie ein Kind berühren.

Weisen Pilze im Garten auf ein Rasenproblem hin?

Nicht unbedingt. Sie zeigen vor allem einen feuchten Boden an, der reich an organischem Material ist. Sie erscheinen oft nach den Regenfällen im Spätsommer oder Herbst.

Kann ein giftiger Gartenpilz eine Katze töten?

Katzen fressen selten Pilze, doch dieselben Gifte betreffen sie. Wenden Sie sich im Zweifel mit einem Exemplar oder einem Foto des Pilzes an Ihre Tierarztpraxis.

Wann sollten Sie nach dem Verzehr eines giftigen Gartenpilzes Hilfe holen?

Holen Sie sofort Hilfe, ohne auf Symptome zu warten. Für ein Kind oder einen Erwachsenen rufen Sie die 112 oder den Giftnotruf an. Für ein Tier wenden Sie sich an Ihre Tierarztpraxis. Bringen Sie wenn möglich ein vollständiges Exemplar des betreffenden Pilzes mit.

Quellen

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