Symptome einer Pyelonephritis: Wie erkennt man eine Nierenentzündung?

Die akute Pyelonephritis ist eine schwerwiegende bakterielle Infektion, die die Nieren und den Harnleiter (den Kanal, der die Niere mit der Blase verbindet) befällt. In 75 bis 90 % der Fälle wird sie durch das Bakterium Escherichia coli verursacht. Sie tritt häufig als Folge einer schlecht behandelten akuten Blasenentzündung auf. Im Gegensatz zu einer einfachen Harnwegsinfektion im unteren Bereich ist diese Erkrankung relativ schwerwiegend. Sie erfordert eine schnelle Behandlung, um zu verhindern, dass sich die Infektion ausbreitet oder die Niere schädigt. Daher ist es unerlässlich, die Symptome einer Pyelonephritis zu kennen und ihre Frühzeichen zu erkennen.

Was sind die Hauptsymptome einer Pyelonephritis bei Erwachsenen?

Bei jungen Erwachsenen tritt die Niereninfektion oft plötzlich auf, manchmal nach einer unbemerkt gebliebenen Blasenentzündung. Die Symptome der Pyelonephritisführen zu einem sehr unangenehmen Krankheitsbild, das mehrere Warnzeichen umfasst:

  • Fieber und Schüttelfrost: Ein plötzlicher Anstieg der Körpertemperatur auf über 38,5 °C. Dieses Fieber geht mit starkem Schüttelfrost einher, ein Zeichen dafür, dass der Körper und das Immunsystem gegen die Vermehrung der Bakterien ankämpfen.
  • Einseitige Schmerzen im Lendenbereich: Dies ist das charakteristische Anzeichen einer Niereninfektion. Es handelt sich um einen stechenden Schmerz im unteren Rücken oder im Unterbauch, meist auf einer Seite (da die Pyelonephritis meist nur eine Niere betrifft). Dieser Schmerz wird oft schon durch bloßes Abtasten verstärkt.
  • Übelkeit und Erbrechen: Verdauungsstörungen, manchmal auch Durchfall, begleiten die Infektion häufig. Das Erbrechen ist eine Abwehrreaktion des Körpers auf die schwere Entzündung.
  • Starke Müdigkeit: Die Asthenie (anhaltende, ungewöhnliche Müdigkeit) ist ausgeprägt. Der Patient verspürt Erschöpfung, allgemeine Schwäche und hat das ständige Gefühl, „ausgelaugt“ zu sein, selbst nach einer Ruhepause.

Auf welche Symptome einer Pyelonephritis im Zusammenhang mit dem Wasserlassen sollte man achten?

Da die Infektion die Harnwege betrifft, wirkt sie sich direkt auf den Vorgang des Wasserlassens aus. In der medizinischen Fachsprache werden drei wesentliche Symptome der Pyelonephritis im Zusammenhang mit dem Wasserlassen unterschieden:

  1. Dysurie (schwieriges Wasserlassen): Sie resultiert aus einer Reizung der Harnröhre oder der Blase. Sie äußert sich in einer Verzögerung vor dem Wasserlassen, einem schwachen Strahl oder auch einer Harnverhaltung, die zu einem Tröpfeln führt. Sie geht fast immer mit einem intensiven und schmerzhaften Brennen einher.
  2. Pollakisurie (häufiger Harndrang): Hierbei handelt es sich um einen unkontrollierbaren Harndrang. Der Blasenmuskel (Detrusor) zieht sich unabhängig von Ihrem Willen zusammen und verursacht einen unbändigen Drang, mehrmals am Tag und manchmal sogar nachts kleine Mengen Urin abzulassen (in schweren Fällen manchmal alle 15 Minuten).
  3. Pyurie (trüber Urin): Dies ist das sichtbare Vorhandensein von Eiter im Urin, ein Zeichen für den Kampf der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) gegen die Bakterien. Der Urin wird trüb, verfärbt sich und riecht unangenehm.

Warum unterscheiden sich die Symptome einer Pyelonephritis bei Kindern und Senioren?

Die Diagnose kann bei geschwächten Personengruppen schwieriger sein, da die Symptome der Pyelonephritis oft irreführend und untypisch sind:

  • Bei älteren Menschen: Das klassische Fieber kann völlig fehlen. Man sollte bei plötzlicher Verwirrtheit, unerklärlichen Bauchschmerzen oder einer starken Verschlechterung des Allgemeinzustands alarmiert sein.
  • Bei Kleinkindern: Zu den Warnzeichen gehören unerklärliches Fieber, Weinen beim Wasserlassen, Appetitlosigkeit, plötzliche Stimmungsschwankungen (starke Reizbarkeit) oder sogar unerklärlicher Gewichtsverlust.

Welche Symptome einer Pyelonephritis erfordern einen medizinischen Notfall?

Eine Pyelonephritis muss immer ärztlich abgeklärt werden. Bei einer schweren akuten Pyelonephritis erfordern jedoch bestimmte Symptomeeine Notfall-Einweisung ins Krankenhaus:

  • Bewusstseinsstörungen oder starke Verwirrtheit.
  • Extreme Schwäche (Erschöpfung).
  • Die Unfähigkeit, zu trinken oder eine orale Behandlung aufgrund anhaltenden Erbrechens beizubehalten.

Weiterführende Informationen:

Quellen:

  • https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37479904/
  • https://www.vidal.fr/maladies/recommandations/pyelonephrite-aigue-de-la-femme-1531.html#prise-en-charge

FAQ: Die Symptome einer Pyelonephritis

Was sind die ersten Anzeichen einer Pyelonephritis bei Erwachsenen? Die Infektion tritt in der Regel plötzlich auf. Zu den ersten Anzeichen gehören hohes Fieber (über 38,5 °C) mit Schüttelfrost, starke Müdigkeit sowie einseitige Lendenschmerzen (ein stechender Schmerz auf einer Seite des unteren Rückens). Auch Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit können auftreten.

Ist es möglich, eine Pyelonephritis ohne Fieber zu haben? Ja, das ist durchaus möglich, insbesondere bei älteren Menschen. Bei diesen Patienten kann sich die Infektion atypisch durch plötzliche Verwirrtheit oder Bauchschmerzen äußern. Sie kann sich auch durch eine allgemeine Verschlechterung des Gesundheitszustands äußern, ohne dass die Körpertemperatur ansteigt.

Warum ist mein Urin trüb und übelriechend? Dieses Symptom wird als Pyurie bezeichnet. Es weist auf das Vorhandensein von Eiter im Urin hin, was bedeutet, dass Ihre weißen Blutkörperchen aktiv gegen die Vermehrung von Bakterien in Ihren Harnwegen kämpfen.

Auf welche Symptome im Zusammenhang mit dem Harndrang sollte ich achten? Sie sollten auf das Auftreten von Dysurie (Schwierigkeiten und starkes Brennen beim Wasserlassen) und Pollakisurie achten. Diese Pollakisurie äußert sich in einem unwiderstehlichen Drang, sehr häufig, manchmal alle 15 Minuten, auf die Toilette zu gehen, um nur sehr kleine Mengen auszuscheiden.

Wann rechtfertigen die Symptome einen Besuch in der Notaufnahme? Ein Notfall-Krankenhausaufenthalt ist unerlässlich, wenn Sie oder ein Angehöriger schwerwiegende Anzeichen wie Bewusstseinsstörungen oder starke Verwirrung zeigen. Sie sollten auch einen Arzt aufsuchen bei extremer Schwäche (Erschöpfung) oder anhaltendem Erbrechen, das eine Flüssigkeitszufuhr oder die Einnahme oraler Medikamente verhindert.

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